Lily of the Valley und die Sinderellas

Gestern sahen wir die fabulöse Lily of the Valley im Queen Calvera in St. Pauli tanzen. Wie nicht anders zu erwarten, war es ein von beeindruckender Schönheit und Eleganz geprägter Abend. Drei mal kam Lily (jeweils im Wechsel mit zwei Kolleginnen) im Laufe des Abends auf die Bühne und ein Auftritt war besser als der andere:

Dass sie bei ihrem ersten Auftritt (zwar noch mit entstellender Maskerade) gleich als erstes meine Stirn küsste (und nicht nur andeutete wie beim beklagenswerten Zweiten in der Reihe)…

Dass sie beim zweiten Auftritt zum mir bis dahin unbekannten (und mich seither nicht mehr loslassenden) LiedDia de los muertos (Day of the Dead)“ von (dem mir bis dahin ebenfalls unbekannten) Voltaire tanzte … (hier übrigens ein wunderschöner Clip dazu von ¡Viva Calaca!).

Und natürlich, dass sie beim dritten Auftritt in ihrem (mir noch von den Sinderellas lebhaft in Erinnerung gebliebenen) Kristall–Outfit einen der aufregendsten Tänze seit Salma Hayeks Schlangentanz in From Dusk Till Dawn zelebrierte…

Die drei Punkte zeigen es jeweils: Mir fehlen die Worte. Ganz toll! Wir waren und sind hingerissen.

An sich eine gute Gelegenheit, auch mal über Lilys Band, die Sinderellas, ein paar Worte zu verlieren.

Die Sinderellas sind eine aus dem New Burlesque-Umfeld stammende Showband, deren Mitglieder Lily, Eden, Belle La Donna und Nathalie Tineo (und anfangs Julietta La Doll, die dann allerdings und ohne dass mir bekannt wäre, dass ein Grund genannt wurde, die Band wieder verlassen hatte. Bei unserer Show wurde sie schon „aufgrund Krankheit“, wenn ich mich richtig erinnere, durch eine Kollegin ersetzt) vor einiger Zeit eine Reihe Shows im Hamburger Grünspan gaben. Nachdem ich den Bandname ein wenig uninspiriert fand, hatten wir uns letztlich (nicht zuletzt wegen der attraktiven Frontfrau) entschieden, doch mal eine Show zu besuchen, allerdings ohne mehr als solide Unterhaltung zu erwarten.

Überraschenderweise hatte uns die Show aber sehr gut gefallen: Zwar zogen sich da vorne ein paar verdammt gut aussehende und faszinierend tanzende Damen auf verschiedene Weisen immer mal wieder um und aus – aber vor allem die Musik, stimmungsvoll vorgetragen von einer sehr überzeugenden Liveband und die tollen Singstimmen der Sinderellas waren ein Hit.

Mittlerweile habe ich ihr erstes und hoffentlich nicht einziges Album „Secrets and Sins“ zig mal rauf und runter gehört. Dabei setzte ein faszinierender Effekt ein, der für mich die richtig guten Alben von den Kurzblühern unterscheidet: Im Laufe der Zeit war fast jedes Lied kurzzeitig mein Lieblingslied der Platte – bis es vom jeweils nächsten abgelöst wurde. Die Musikrichtung würde ich als Bigband beschreiben, aber eigentlich habe ich nicht viel Ahnung und halte auch nicht viel von Musikrichtungen, einfach da ich eher Bands als Stile höre.

Thematisch drehen sich die Lieder passend zum Bandnamen und den mehr als authentischen Künstlerinnen, die alle unabhängig von der Band schon als Burlesk-Tänzerinnen auf den Bühnen vor allem Berlins und Hamburgs standen, um klassische Film Noire- und Femme Fatal-Themen. Als Beispiel binde ich hier mal die Single „My mother used to tell me“ ein:

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